Lerne Grenzen setzen ohne dich schuldig zu fühlen
- sabrinasgoff
- 27. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Warum es so schwer ist, Grenzen zu setzen
Wenn du ein Mensch bist, der viel fühlt und viel Verantwortung übernimmt, sind Grenzen oft nicht das Problem – die Schuldgefühle danach schon. Viele meiner Klient:innen sagen Sätze wie:
„Ich weiß eigentlich, was ich bräuchte, aber ich kann es nicht aussprechen.“
„Ich will niemanden enttäuschen.“
„Ich fühle mich egoistisch, wenn ich Nein sage.“
Grenzen zu setzen bedeutet nicht, hart zu sein. Es bedeutet, ehrlich zu sein – zu dir selbst und zu anderen.
Doch Schuldgefühle können wie eine innere Barriere wirken. Sie entstehen, weil dein Nervensystem darauf programmiert ist, Harmonie zu bewahren, Rücksicht zu nehmen und Erwartungen zu erfüllen.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du Schritt für Schritt Grenzen setzen kannst, ohne dich schuldig oder egoistisch zu fühlen.
1. Verstehe, warum Schuldgefühle entstehen
Schuldgefühle sind kein Zeichen von Schwäche — sondern ein Hinweis darauf, dass du Beziehung wichtig nimmst. Wenn du besonders empathisch oder sensibel bist, hast du wahrscheinlich früh gelernt:
Rücksicht halten = Sicherheit
Anpassung = Zugehörigkeit
Erwartungen erfüllen = Wertschätzung
Grenzen können sich dann wie eine Bedrohung anfühlen.
Doch Schuldgefühle bedeuten nicht, dass du etwas falsch machst. Sie bedeuten nur, dass du etwas Neues lernst: für dich einzustehen.
2. Eine Grenze ist keine Wand
Viele Menschen denken, Grenzen seien hart, endgültig oder abweisend. Dabei sind Grenzen etwas anderes:
Klarheit darüber, was du brauchst
Orientierung für dein Gegenüber
ein Angebot für ehrlicheren Kontakt
Grenzen schützen nicht gegen andere – sie schützen die Beziehung vor Überlastung.
Wenn du das verinnerlichst, verändert sich die Energie des „Nein“.
3. Spüre deine Bedürfnisse, bevor du sprichst
Grenzen sind nur schwer zu setzen, wenn du sie erst spürst, wenn es schon zu spät ist.
Frage dich häufiger:
Was brauche ich jetzt?
Was ist mir gerade zu viel?
Was fühlt sich eng an?
Wobei verliere ich Energie?
Je früher du deine Signale wahrnimmst, desto klarer wird deine Grenze – ohne Drama, ohne Härte.
4. Formuliere Grenzen weich, aber klar
Du musst nicht kalt oder abweisend klingen. Ein „Nein“ kann liebevoll und gleichzeitig deutlich sein.
Ein paar Beispiele:
„Ich brauche gerade Ruhe. Lass uns später weitersprechen.“
„Ich würde gern unterstützen, aber heute schaffe ich es nicht.“
„Das ist mir gerade zu viel. Ich muss kurz stoppen.“
„Ich möchte das gerne in meinem Tempo entscheiden.“
Weiche Worte, klare Botschaft.
5. Erlaube dir den Moment des Unbehagens
Hier liegt der Kern:
Die Schuldgefühle verschwinden nicht, bevor du Grenzen setzt. Sie verschwinden weil du Grenzen setzt – mit der Zeit.
Es darf sich anfangs unangenehm anfühlen. Das ist kein Zeichen dafür, dass du etwas falsch machst. Es ist ein Zeichen dafür, dass du etwas Neues lernst.
Dein Körper lernt: „Ich darf Grenzen setzen – und die Beziehung bleibt dennoch bestehen.“
6. Grenzen verbinden – sie trennen nicht
Viele Menschen glauben: „Wenn ich Nein sage, verliere ich die Verbindung.“
Doch das Gegenteil ist wahr:
Wenn du ohne Grenzen gibst, wirst du müde.
Wenn du immer erreichbar bist, wirst du dünnhäutig.
Wenn du dich selbst übergehst, wirst du innerlich hart.
Grenzen halten Beziehungen gesund. Sie machen dich verlässlicher, präsenter und klarer.
7. Beginne mit kleinen Schritten
Grenzen müssen nicht groß sein. Starte dort, wo es leicht ist:
eine Pause einplanen
eine Anfrage verschieben
früher „Ich brauche kurz Zeit“ sagen
eine Verabredung absagen, wenn du erschöpft bist
Jede kleine Grenze stärkt deine innere Klarheit.
Fazit
Grenzen sind keine Mauern, sondern Orientierung. Sie zeigen dir und anderen, was dir wichtig ist. Schuldgefühle sind nur ein Zeichen dafür, dass du etwas Neues übst – nicht, dass du etwas falsch machst.
Wenn du dich selbst nicht vergisst, können Beziehungen tiefer, ehrlicher und lebendiger werden.
Wenn du Unterstützung möchtest
Wenn du lernen möchtest, Grenzen klarer zu setzen und dabei bei dir zu bleiben, begleite ich dich gern — online, in der Natur oder mit pferdegestützten Impulsen.
Auf meiner Angebotsseite für Privatpersonen findest du alle Möglichkeiten, um mit mir zusammen zu arbeiten.
Melde dich gern für ein unverbindliches Kennenlerngespräch. Nimm hier Kontakt zu mir auf.



Kommentare