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Wertschätzung im (Unternehmens-)alltag leben

  • sabrinasgoff
  • 27. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit
Ein Graffiti, das das englische Wort "respect" darstellt.

Wertschätzung ist mehr als ein freundliches Wort

Wertschätzung wird in vielen Teams, Beziehungen und Organisationen als wichtig genannt, aber viel seltener wirklich gelebt. Dabei gehört Wertschätzung zu den stärksten menschlichen Grundbedürfnissen: gesehen werden, gehört werden, als Mensch gemeint sein.


Viele Menschen spüren jedoch eher das Gegenteil:

  • „Ich weiß nicht, ob meine Arbeit wahrgenommen wird.“

  • „Ich höre nur etwas, wenn etwas nicht gut gelaufen ist.“

  • „Ich gebe so viel – und bekomme wenig Resonanz.“


Warum fällt Wertschätzung so schwer, obwohl sie uns allen so gut tun würde?


1. Wertschätzung ist kein Kompliment, sondern Beziehung

Ein Kompliment beschreibt etwas Äußeres: „Gut gemacht“, „Schöner Vortrag“, „Super Leistung“.


Wertschätzung geht tiefer:

  • „Ich sehe, wie viel Engagement du reinsteckst.“

  • „Ich merke, wie sehr dir die Sache am Herzen liegt.“

  • „Ich schätze deine Ruhe, besonders in schwierigen Momenten.“


Wertschätzung meint den Menschen – nicht das Ergebnis.

Und genau deshalb ist sie so berührend.


2. Warum Wertschätzung so oft fehlt

Wertschätzung klingt einfach. Doch in der Praxis begegnen wir Hindernissen:


✔️ Menschen haben eigene Unsicherheiten

Viele sagen nichts Wertschätzendes, weil sie denken:

  • „Das wirkt komisch.“

  • „Das weiß die Person doch.“

  • „Das passt nicht in unser Setting.“

Unsicherheit verhindert Verbindung.


✔️ Teams sind in Stressmustern

Wenn Menschen unter Druck stehen, verschwinden:

  • Aufmerksamkeit

  • Einfühlungsvermögen

  • Kontakt

  • Zeit für kurze Momente der Zuwendung

Stress ist der größte Feind von Wertschätzung.


✔️ Wertschätzung wird oft mit Lob verwechselt

Viele glauben:

  • „Wertschätzung heißt, alles gut zu finden.“ Nein. Es bedeutet, den Menschen zu sehen – nicht Fehler auszublenden.


3. Wertschätzung beginnt im Kleinen

Wertschätzung braucht keine großen Gesten. Sie beginnt in Momenten:

  • eine Person bewusst ansehen

  • zuhören, ohne gleichzeitig zu denken

  • sich bedanken, auch für Selbstverständliches

  • den Einsatz benennen, nicht nur das Ergebnis

  • echte Präsenz zeigen

Wertschätzung ist eine Haltung, keine Technik.


4. Was echte Wertschätzung auszeichnet

✔️ Sie ist konkret

Statt: „Du machst einen guten Job“

Besser: „Ich schätze, wie strukturiert du durch herausfordernde Situationen gehst.“


✔️ Sie ist ehrlich

Menschen spüren sofort, ob etwas gemeint ist.


✔️ Sie ist zeitnah

Wertschätzung wirkt, wenn sie ankommt, während etwas passiert – nicht Monate später.


✔️ Sie sieht den Menschen

Nicht nur die Rolle, nicht nur die Leistung, sondern die Präsenz, die Haltung, das Engagement.


5. Wertschätzung bedeutet auch Grenzen

Viele denken, Wertschätzung sei nur nett und weich. Aber Wertschätzung bedeutet weit mehr.

ECHTE Wertschätzung bedeutet:

  • Klarheit

  • Respekt

  • Grenzen

  • Verantwortung

  • Präsenz


Wenn du jemanden schätzt, sagst du nicht Ja zu allem. Du bist ehrlich.


6. Wie Wertschätzung Beziehungen und Teams verändert

Wenn Menschen sich gesehen fühlen, passiert Folgendes:

  • sie entspannen

  • sie sind kreativer

  • Konflikte werden leichter

  • Missverständnisse lösen sich schneller

  • Motivation steigt

  • Vertrauen wächst

  • Fehler dürfen passieren


Wertschätzung schafft ein Klima, in dem Menschen ihr Bestes geben können – nicht aus Druck, sondern aus Verbindung.


7. Übungen, um Wertschätzung sofort im Alltag zu leben

Hier drei einfache, aber wirkungsvolle Impulse:


Übung 1 – 10 Sekunden Präsenz

Bevor du mit jemandem sprichst: Atme einmal. Schau die Person bewusst an. Nur 10 Sekunden, aber es verändert die Qualität des Kontakts.


Übung 2 – Die unsichtbare Leistung sehen

Jede Woche einmal: Sprich jemandem eine Wertschätzung aus, die nichts mit einer sichtbaren Leistung zu tun hat.


Beispiel: „Ich finde es beeindruckend, wie ruhig du bleibst, wenn es stressig wird.“


Übung 3 – Die innere Haltung fragen

Frage dich: „Wie kann ich heute jemandem das Gefühl geben, gesehen zu werden?“

Schon diese Frage verändert, wie du in Kontakt gehst.


Fazit

Wertschätzung ist kein Tool, sondern eine Haltung. Sie entsteht in kleinen Momenten der Aufmerksamkeit, der Ehrlichkeit und der Präsenz. Wenn wir sie leben, verändern sich Beziehungen – zu uns selbst und zu anderen.


Wenn du Wertschätzung in deinem Team oder für dich selbst stärken möchtest

Ich begleite Menschen, Führungskräfte und Teams dabei, eine Kultur zu entwickeln, in der Wertschätzung und Klarheit Grundlage für gute Zusammenarbeit sind. Melde dich gern für ein unverbindliches Kennenlerngespräch.

 
 
 

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